STOPPT SCHILL


Der Rauswurf

Seit Dienstag dem 19.08.2003 ist Ronald Barnabas Schill, seines Zeichen Gründer der Partei Rechtsstaatliche Offensive (landläufig "Schill-Partei" genannt), nicht mehr Innensenator der Hamburger Regierungskoalition unter Führung von Bürgermeister Ole von Beust

Und dieser Ole von Beust persönlich hat seinen skandelträchtigen Innensenator aus seiner Mannschaft geschmissen. Leider erst nachdem er selber von Schill massiv angegriffen und sogar erpresst worden ist. Vieles hat von Beust durchgehen lassen: Schill-Adolphi-Filz, Schill-Wellinghausen-Filz, Kriminalstatistik-Lüge, Polizei-Lüge, skandalöse Bundestagsrede, Giftgasvorschlag bei Innenministerkonferenz. Aber die Androhung, eine angebliche homosexuelle Beziehung zwischen von Beust und Justizsenator Roger Kusch zu veröffentlichen, war es schließlich, die Schill das politische Genick gebrochen hat.

Von Beust entliess Schill auf einer eilends einberufenen Pressekonferenz mit den Worten: " Wer sich auch in einer für ihn schwierigen Situation wie Herr Schill sie durchlebt so verhält, wie er es getan hat, ist charakterlich nicht geeignet, das Amt eines Hamburger Senators weiterzuführen. Ich bin erschüttert über das charakterliche Fehlverhalten von Herrn Schill."
(Der gesamte Text von Bürgermeister von Beust hier)

Danach ging es drunter und drüber. Kaum hatte von Beust die Pressekonferenz verlassen, ergriff Schill das Mikrophon und gab seine Vermutung über eine angebliche homosexuelle Beziehung zwischen von Beust und Kusch kund. Zusätzlich deutete er eine private Verflechtung bei der Vergabe des Senatorenpostens an Kusch an.

Die Schill-Partei distanzierte sich schnell von ihrem Zampano, Mettbach entschuldigte sich sogar öffentlich für diese Peinlichkeit. Und doch gab es am nächsten Tag bereits Bestrebungen Schill zum Fraktionsführer zu machen im Austausch mit Norbert Frühauf, der als Innensenator vorgesehen war. Lediglich ein energisches Veto von CDU und FDP verhinderte diese Konstellation. Stattdessen steigt nun Dirk Nockemann in den Ring.

Zur Erinnerung: Dirk Nockemann war der "erste Filz" von Schill, da er zum einen sein Büroleiter, zum anderen stellvertretender Fraktionsvorsitzender seiner Partei war. Schon damals bemerkte diesbezüglich die Frankfurter Allgemeine Zeitung am 01.12.2001:
"In der Innenbehörde zum Beispiel arbeitet Dirk Nockemann als Büroleiter. Gleichzeitig ist er stellvertretender Fraktionschef der Schill-Partei im Landesparlament, sollte also eigentlich als Abgeordneter den Innensenator kontrollieren. Die Übernahme der beiden Funktionen ist zwar rechtlich möglich, aber politisch bedenklich."

Doch was war eigentlich der Auslöser für Schills neuerlichen Ausraster? Nun, Ole von Beust wollte Schills Staatsrat Walter Wellinghausen entlassen, gegen den immer mehr Vorwürfe wegen nicht genehmigter Nebeneinkünfte und Einflussnahme auf ein polizeiliches Ausschlussverfahren gegen einen Beamten an die Öffentlichkeit kamen. Rein faktisch war der Staatsrat nicht mehr zu halten. Doch Schill wollte nicht von ihm lassen. Kein Wunder, galt er doch bereits als "heimlicher Innensenator", der die Arbeit machte, während Schill eher seine Lust am Präsentieren und Provozieren auslebte. In Bürgerschaftskreisen waren es immer wieder Anlaß zu Scherzen, wenn Schill mal wieder bei Sitzungen des Innenausschusses brav von einem Zettel ablas, den ihm Wellinghausen vorher reichte, und bei Fragen entweder eine Antwort verweigerte oder an Wellinghauser weitergab. Es soll sogar dazu gekommen sein, dass Schill sich weigerte eine Sitzung zu beginnen, weil Wellinghausen nicht anwesend war. Bis dieser schließlich mit wehendem Rockschoß angeschossen kam und Schill seine Ablesezettel reichte.

Schill sollte eigentlich politisch ausgespielt haben. Aber bei diesem selbstherrlichen Egomanen weiß man nie genau, was er gerade plant. Als kurze Charakterbeschreibung von Schill hier ein Zitat des schleswig-holsteinischen FDP-Vorsitzenden Kubicki:
"Ein mieser Typ, der mit seinem Verhalten selbst die untersten Kategorien des menschlichen Zusammenlebens mühelos noch unterbietet." Dem ist an dieser Stelle nichts hinzuzufügen.


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